Menu
Menü
X

Neue Propsteigrenzen

Ab Oktober neue Propsteigrenzen in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau

In der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) gelten ab 1. Oktober 2017 veränderte Propsteigrenzen. Die Gebietsreform betrifft vor allem die Bereiche Rhein-Main und Süd-Nassau. Deutliche Änderungen gibt es aber auch in Rheinhessen und Starkenburg. Insgesamt wird die Zahl der Propsteien zudem von sechs auf fünf reduziert.

Die Propstei Rhein-Main wächst

Dabei werden die bisherigen Propsteien Rhein-Main und Süd-Nassau in großen Teilen zusammengeführt und zur neuen Propstei Rhein-Main vereinigt. Der Amtssitz liegt dann am Ort der vormaligen süd-nassauischen Propstei. Von Wiesbaden aus ist Propst Oliver Albrecht ab Oktober für den gesamten Bereich zuständig. Die frühere Amtsinhaberin für Rhein-Main, Gabriele Scherle, ist in den Ruhestand gegangen. Die bislang zu Rhein-Main gehörenden Dekanate Groß-Gerau, Rüsselsheim, Dreieich und Rodgau gehören nach der Neuordnung zur Propstei Starkenburg mit Pröpstin Karin Held (Darmstadt).

Rheinhessen wird um Nassau erweitert

Zugleich wird das in Rheinland-Pfalz liegende Dekanat Nassauer Land der Propstei Rheinhessen mit Propst Klaus-Volker Schütz (Mainz) zugeschlagen. Die bisherige Propstei Rheinhessen wird deshalb künftig auch den Namen „Rheinhessen und Nassauer Land“ tragen. Unverändert bleiben die Propsteibereiche Nord-Nassau mit Annegret Puttkammer (Herborn) und Oberhessen mit Propst Matthias Schmidt (Gießen). Die hessen-nassauische Kirchensynode hatte die Reform im November 2015 beschlossen.

Menschen bleiben im Mittelpunkt

Nach Worten der Stellvertretenden Kirchenpräsidentin der EKHN, Ulrike Scherf, gehört die Neuordnung der Propsteibereiche in einen umfassenden Anpassungsprozess. Er betreffe Gemeinden mit einer veränderten Pfarrstellenbemessung ebenso wie Dekanate, die bis zum Jahr 2022 von ursprünglich 47 auf 22 reduziert werden. Davon sei auch die Kirchenleitung mit den Propsteien nicht ausgenommen. Dabei bleibe es wichtig, dass „nicht Strukturen im Mittelpunkt stehen, sondern Menschen“. So werde auch künftig „jedes Dekanat und jede Gemeinde einen Propst oder eine Pröpstin haben“.

Propsteibereiche seien keine eigenständigen rechtlichen Größen, sondern Visitationsbezirke, erklärte Scherf. Pröpstinnen und Pröpste hätten die Aufgabe, dort „geistlich orientierend zu wirken und geistlich zu leiten“. Dabei spiele die Begleitung der Kirchengemeinden sowie der Pfarrerinnen und Pfarrer durch die Aufgaben der Ordination und Visitation eine wichtige Rolle.

Hintergrund Propsteien

Grob vereinfacht ähneln Propsteien in etwa Regierungsbezirken im politischen Bereich. Die Pröpstinnen und Pröpste sind für die geistliche Leitung in ihrer Region verantwortlich, die wiederum in Dekanate untergliedert ist. Sie nehmen in ihrer Region die klassischen bischöflichen Aufgaben wahr und tragen Sorge für die „rechte Wortverkündigung und Verwaltung der Sakramente“, wie es die Kirchenordnung beschreibt.

Die Pröpstinnen und Pröpste nehmen Amtseinführungen (Ordinationen) vor und begleiten Pfarrstellenwechsel und -besetzungen sowie die theologischen Fortbildungen der Pfarrerinnen und Pfarrer. Daher gehört auch die Seelsorge an Pfarrerinnen und Pfarrer zu ihren Aufgaben. Ihnen obliegt außerdem die Dienstaufsicht über die Dekaninnen und Dekane. Sie sind zudem qua Amt Mitglieder der Kirchenleitung der EKHN.

Zur Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) gehören aktuell 1.143 Gemeinden, 36 Dekanate und fünf Propsteien. Die EKHN hat knapp 1,6 Millionen Mitglieder. Das gesamte Kirchengebiet reicht von Biedenkopf im Norden über Frankfurt bis Neckarsteinach im Süden und von Schlitz im Osten über Mainz bis Bingen im Westen. Rund ein Fünftel der hessen-nassauischen Kirche liegt in Rheinland-Pfalz.


top