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Rückblick

Gemeindewanderung auf Luthers Spuren - durch´s Ried

Eine Gruppe Wanderfreundiger Menschen aus der Mirjamgemeinde wanderte im vergangenen Herbst auf Martin Luthers Spuren - durch´s Ried.

Die Gemeindewanderung am 3. Oktober 2017 führte uns - zum Teil auf Luthers Spuren - durch´s Ried nach Oppenheim am Rhein. Die Regenwolken hatten sich gerade verzogen, als wir mit Bahn und Bus nach Trebur kamen und schon nach 300 Metern das erste Etappenziel erreichten: die schön am Rand des Rieds gelegene Kirche St. Laurentius.

Die Laurentiuskirche hat den Charakter einer dreischiffigen Basilika mit einer Apsis im Osten und einer vorgelagerten Vorhalle. Die gotischen Fenster stammen aus dem 14. Jahrhundert. Eine große Holzfigur zeigt Martin Luther, dessen ausgestreckter Arm auf das Kreuz weist. Neben ihm ist ein Schwan - auf alten Bildern und in Kirchen ein Symbol für Luther und zugleich ein Gedenken an Jan Hus, der 1415 auf dem Scheiterhaufen in Konstanz verbrannt wurde: Denn, so die Legende, Hus - "Husa" (tschechisch) heißt "Gans" - soll vor seinem Sterben gesagt haben: "Heute bratet ihr eine Gans, aber aus der Asche wird ein Schwan auferstehen".

Weiter ging es auf dem neu ausgeschilderten Lutherweg - orientiert am Weg, den der Reformator im Frühjahr 1521 zum Reichstag nach Worms ging: zum Deich am Rhein, auf dem wir einige Kilometer nach Süden gingen, den Blick über das Ried zum Odenwald und - über den Fluss hinweg - zu den rheinhessischen Weinbergen. Danach durch eine Landschaft mit üppigem Grün: das Naturschutzgebiet 'Großer Goldgrund Hessenaue' und weiter in Richtung Kornsand, wo ein Gedenkstein daran erinnert, dass dort am Ende des Zweiten Weltkrieges, am 21. März 1945 sechs wehrlose Menschen erschossen wurden (wenige Stunden, bevor am 22. März amerikanische Truppen über den Rhein übersetzten).

Nach 9 Kilometern, an der Fähre nach Oppenheim, kehrten wir in der Gastwirtschaft "Goldener Anker" ein. Wir überquerten den Rhein - während wir in der Kabine saßen, gab es den einzigen Regenschauer dieses Tages - und spazierten in die Oppenheimer Altstadt. Dort besuchten wir die katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus und versenkten uns in die Betrachtung der Wandbemalung (in einer Seitenkapelle): Die Szenen aus dem Leben Jesu - u. a. die Hochzeit zu Kana - sind an der altchristlichen und byzantinischen Kunst orientiert.

Über den Marktplatz hinweg bummelten wir zur Katharinenkirche, deren Grundzüge aus dem 13. Jahrhundert stammen. Dort ließen wir einige Fenster in der Südfassade auf uns wirken, vor allem die sogenannte Oppenheimer Rose, deren Glasscheiben aus dem 14. Jahrhundert weitgehend original erhalten sind.

Es war noch Zeit für den Besuch in einem Straßencafé, das so viele Kuchensorten anbot, dass uns die Auswahl schwer fiel. Vom Bahnhof Oppenheim fuhren wir über Mainz - mit nochmaliger Überquerung des Rheins - zum Kaiserlei zurück.

Manfred Bernard


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