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Musik im Paul-Gerhardt-Haus

Konzert mit Werken von Johannes Brahms

Die Konzertreihe im Paul-Gerhardt-Haus der Evangelischen Mirjamgemeinde wird am Sonntag, 17. September 2017 um 18 Uhr mit einem Konzert, bei dem gleich sechs Musiker – zwei Sängerinnen, zwei Sänger und zwei Pianistinnen – beteiligt sind fortgesetzt. Auf dem Programm stehen ausschließlich Werke von Johannes Brahms. Der Eintritt frei. Um eine Spende am Ausgang wird gebeten.

Brahms liebte es, Walzer auf dem Klavier zu spielen. Aber möchte man ein Interesse an leichtfüßigen Walzern einem Komponisten zutrauen, der über seine eigene Erste Sinfonie schrieb: “Nun möchte ich noch die vermutlich sehr überraschende Mitteilung machen, dass meine Sinfonie lang und nicht gerade liebenswert ist” oder über dessen ersten Satz seiner Vierten Sinfonie der ihm durchaus eng verbundene Eduard Hanslick schrieb: „Den ganzen Satz über hatte ich die Empfindung, als ob ich von zwei schrecklich geistreichen Leuten durchgeprügelt würde“?

Das erste Zeugnis für Brahms’ Walzerbegeisterung sind die Walzer für Klavier zu vier Händen op.39, die er ebenjenem Hanslick widmete und der darüber schrieb: “Der ernste, schweigsame Brahms, der echte Jünger Schumanns, norddeutsch, protestantisch und unweltlich wie dieser, schreibt Walzer? Ein Wort löst uns das Rätsel, es heißt: Wien. Die Kaiserstadt hat Beethoven zwar nicht zum Tanzen, aber doch zum Tänzeschreiben gebracht, Schumann zu einem ‘Faschingsschwank’ verleitet, sie hätte vielleicht Bach selber in eine ländlerische Todsünde verstrickt.” Seit 1862 hatte sich der Hamburger Brahms mehrfach in Wien aufgehalten und konzertiert; 1872 ließ er sich endgültig dort nieder. Die heitere Unbeschwertheit dieser Umgebung, die einen Johann Strauß als Walzerkönig zum Star werden lassen konnte, mochte für Brahms ein ersehntes Gegengewicht zur eigenen und selbst empfundenen Ernsthaftigkeit gewesen sein.

Zwei weitere Werke des Komponisten bilden Walzer – aber hier treten noch vier Gesangsstimmen hinzu, die Texte von Georg Friedrich Daumer und Goethe in kunstvollen wie eingängigen Melodien vortragen. Brahms nannte sie “Liebeslieder-Walzer”; bei der Uraufführung 1870 in Wien saß er selbst zusammen mit Clara Schumann am Flügel, die hierzu in ihr Tagebuch schrieb: “Es war überfüllt, auf dem Orchesterpodium so, dass ich nie wusste, wie ich an’s Klavier kommen sollte. Ich spielte sehr glücklich, das Publicum war in wahrem Enthusiasmus. Die Liebeslieder – Johannes spielte sie mit mir vierhändig – gingen reizend und gefielen sehr."

Brahms bestimmte sie ausdrücklich für vier Solostimmen, wenn er auch, einem späteren Zeugnis zufolge, mit der Aufführung durch einen Chor einverstanden war. Da diese letztere Praxis die im Konzertleben weitaus häufiger anzutreffende Variante darstellt, freuen wir uns besonders, dass wir vier exzellente Sängerinnen und Sänger und zwei hervorragende Pianistinnen für das Konzert verpflichten konnten.

Auf dem Programm stehen folgende Werke von Johannes Brahms (1833-1897):

  • Liebeslieder-Walzer op. 52
  • Neue Liebeslieder-Walzer op. 65
  • Ungarischer Tanz Nr. 1
  • Walzer op. 39 (Auswahl)

Es singen und musizieren:

  • Lisa Rau, Sopran
  • Brigitta Ambs, Mezzosopran
  • Jonas Boy, Tenor
  • Johannes Wilhelmi, Bariton
  • Jana Marinova, Klavier
  • Katrin Aldorf, Klavier

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