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Pröpstin Gabriele Scherle wird verabschiedet

Die langjährige Pröpstin für die Propstei Rhein-Main, Gabriele Scherle, wird am 1. September 2017 mit einem Festgottesdienst offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Die Feier unter der Leitung der Stellvertretenden hessen-nassauischen Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf beginnt um 17:00 Uhr in der Frankfurter Heiliggeistkirche (Kurt-Schumacher-Straße 23). Der Gottesdienst ist öffentlich und Gäste willkommen.

In Gesellschaft Glauben zur Sprache bringen

Die im badischen Pforzheim geborene evangelische Theologin, ausgebildete Finanzbeamtin und Sozialarbeiterin trat ihr Amt als protestantische Spitzenrepräsentantin für rund 300.000 Evangelische in der Region 2006 an. Vor sechs Jahren wurde Scherle von der Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) mit großer Mehrheit in ihrer Position bestätigt. Sie war unter anderem auch Delegierte der hessen-nassauischen Kirche in der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Zudem hatte sie den Vorsitz im Kleinen Konvent, dem Leitungsgremium der Evangelischen Akademie Frankfurt, inne. Zuletzt trat die 65 Jahre alte Pfarrerin dafür ein, die zunehmende Entkirchlichung in der Gesellschaft ernst zu nehmen, protestantische Grundorientierungen neu zur Sprache zu bringen und die aus dem christlichen Glauben erwachsene Freiheit deutlich zu markieren sowie in politischen Fragen klar Stellung zu beziehen.

Mit Neuordnung der Propsteien wächst Rhein-Main

Mit dem Ruhestand von Pröpstin Scherle tritt auch eine Neuordnung der Propsteigebiete in Kraft. Dabei wird die bisherige Propstei Süd-Nassau mit der Propstei-Rhein-Main in weiten Teilen zusammengeführt. Einige Dekanate gehören dabei künftig zur Propstei Starkenburg beziehungsweise Rheinhessen-Nassauer Land. Propst der neuen Propstei mit dem Namen Rhein-Main ist ab 1. Oktober der Propst der bisherigen Propstei Süd-Nassau, Oliver Albrecht. Insgesamt werden dann über 400.000 Evangelische in 228 Gemeinden zur Propstei gehören. Neuer Dienstsitz wird Wiesbaden sein. Die künftig fünf Propsteien im Kirchengebiet sind in etwa mit den Regierungsbezirken im politischen Bereich vergleichbar. Pröpste und Pröpstinnen sind unter anderem zuständig für die Begleitung der Gemeinden. Sie sind auch Vorgesetzte der Dekaninnen und Dekane. In Ihrer Rolle, die mit einem regionalen Bischofsamt vergleichbar ist, haben sie zudem Sitz und Stimme in der Kirchenleitung der Gesamtkirche.

Zur Person Gabriele Scherle

Gabriele Scherle wurde im März 1952 in Pforzheim in eine bäuerliche Waldenser-Familie hinein geboren. Sie absolvierte nach ihrer Schulzeit eine Ausbildung für den mittleren Beamtendienst in der Finanzverwaltung ihrer Geburtsstadt. Anschließend arbeitete sie dort zwei Jahre lang als Steuerassistentin und qualifizierte sich für die Fachhochschulreife. Dann studierte sie zunächst an der Evangelischen Fachhochschule für Sozialwesen in Freiburg, anschließend an der Gesamthochschule in Siegen. Dort schloss sie als Diplomsozialarbeiterin ab. Von 1975 an arbeitete sie als Sozialarbeiterin zunächst im Psychiatrischen Krankenhaus Marburg, dann als pädagogische Mitarbeiterin bei der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden in Bonn. 1979 begann sie als Stipendiatin des Evangelischen Studienwerks Villigst ihr Theologiestudium in Bonn, später wechselte sie nach Berlin, Jerusalem, Bochum und Wuppertal, wo sie 1987 das I. Theologische Examen ablegte. Ihr Lehrvikariat absolvierte sie in der Wiesbadener Bergkirchengemeinde. Für das anschließende Spezialvikariat ging sie an die Irish School of Ecumenics nach Dublin. 1990 wurde sie in Neu Isenburg als Pfarrerin ordiniert, wo sie bis 1999 in der Johannesgemeinde arbeitete. Dann wurde sie Friedenspfarrerin der EKHN. Von 2004 an war sie Dozentin für Führung und Leitung im Weiterbildungszentrum Burkhardthaus der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Gelnhausen. Scherle war von 1980 bis 1984 stellvertretende Vorsitzende der Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste in Berlin, absolvierte von 1998 bis 2001 eine berufsbegleitende Ausbildung in Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung. Sie war Gründungsmitglied im Rat der Religionen in Frankfurt, ist im Nachhaltigkeitsbeirat der Bethmann Bank sowie im Arbeitskreis Kirche und Israel und der AG Christen und Juden beim Evangelischen Kirchentag. Außerdem gehört sie dem Vorstand der Martin-Niemöller-Stiftung an. Scherle vertritt die EKHN in der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland und ist Mitglied in deren Ausschuss für Diakonie, Mission und Ökumene. Sie steht außerdem dem Kleinen Konvent und Großen Konvent der Evangelischen Akademie Frankfurt vor. Gabriele Scherle ist verheiratet mit Dr. Peter Scherle, Professor am Theologischen Seminar in Herborn.


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