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Wertschätzung für Nutztiere

Evangelische Kirche fordert neue Wertschätzung für Nutztiere

Eine neue Wertschätzung für Nutztiere und die aus ihnen gewonnenen Lebensmittel sowie eine deutliche Verringerung des durchschnittlichen Fleischkonsums fordert die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in einer Ende September vorgelegten Veröffentlichung.

Der EKD-Text 133 "Nutztier und Mitgeschöpf! Tierwohl, Ernährungsethik und Nachhaltigkeit aus evangelischer Sicht" von der Kammer für nachhaltige Entwicklung beschäftigt sich zudem mit der theologischen Frage, was die christliche Tradition zum Verhältnis von Mensch und Tier sagt. Der Umgang der Gesellschaft mit Nutztieren und die Auswirkungen auf die Umwelt sowie die globale Entwicklung steht dabei im Fokus.

In dem Text werden aktuelle Fragen der Nutztierhaltung, der Tiertransporte, der Tierschlachtung sowie der Ernährungsethik eingehend behandelt. Ziel des Papiers ist es, einen Diskurs mit allen beteiligten gesellschaftlichen Akteuren wie der Politik, der Landwirtschaft, dem Lebensmittelhandel und dem Verbraucher zu eröffnen und sie in ihrer besonderen Verantwortung für das Tierwohl zu bestärken.

Auch vor dem Hintergrund der Klimadebatte sei das Thema Tierwohl höchst aktuell, sagte der Kammer-Vorsitzende Uwe Schneidewind bei der Vorstellung des Papiers in Berlin. Die evangelische Kirche wolle bei diesem Thema als Mittler auftreten, auf Interessenkonflikte hinweisen und trotzdem klare Orientierung geben, sagte er. Das Papier will nach seinen Angaben nicht zur Emotionalisierung beitragen. Bewusst werde etwa auf das Wort "Massentierhaltung" verzichtet. Bibelzitate in dem Papier sollen aber verdeutlichen, dass die Achtung für das Tier auch christlich begründet ist. Die Frage des rechten Maßes im Fleischkonsum sei zu einer Schlüsselfrage sowohl der Weltgesundheit als auch der ökologischen Tragfähigkeit der Erde geworden, heißt es in dem EKD-Text. Die Ernährungswende mit einem Rückgang des weltweiten Fleischkonsums stehe einem "zivilisatorischen Umlernprozess" in nichts nach, der dem Prozess der Dekarbonisierung der Weltwirtschaft - also der Schaffung einer kohlenstofffreien Wirtschaft - gleiche, schreibt der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm im Vorwort.

Hinter den aktuellen brisanten und kontroversen Debatten zum Thema Tierwohl stehen komplexe Zusammenhänge und Interessenskonflikte aus den Bereichen Landwirtschaft, Nutztierethik, Ökologie, Entwicklungspolitik, Ernährungskultur und Nachhaltigkeit. Die EKD-Kammer für nachhaltige Entwicklung analysiert diese Bereiche und beleuchtet das Mensch-Tier-Verhältnis aus biblisch-theologischer Sicht sowie aus fachwissenschaftlicher landwirtschaftlicher, ernährungsethischer, entwicklungspolitischer und nachhaltigkeitsbezogener Perspektive. Die Autorinnen und Autoren machen dabei deutlich, dass aus ethischen, ökologischen und entwicklungspolitischen Gründen im Blick auf gegenwärtige Trends in Ernährung, Landwirtschaft und Viehwirtschaft ein Umdenken einsetzen muss. Gleichzeitig wird in dem Impulspapier die Auffassung vertreten, dass zum Paradigmenwechsel hin zu schöpfungsverträglichen, gesunden und nachhaltigen Formen von Ernährung und Landwirtschaft alle gesellschaftlichen Gruppen etwas beitragen müssen.

Der EKD-Text 133 steht online unter ekd.de als PDF-Datei zur Verfügung und kann zum Preis von 1,90 Euro unter versand@ekd.de bestellt werden.

EKD-Text 133 "Nutztier und Mitgeschöpf! Tierwohl, Ernährungsethik und Nachhaltigkeit aus evangelischer Sicht"


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